Lichtmess, das Tor zum Frühling öffnet sich

25. Januar 2026

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Es ist eine besondere Zeit im Jahr. Lichtmess gilt als Schwelle zwischen Winter und Frühling. Die Sonne nimmt nach und nach an Kraft zu. Um eine Stunde länger sind nun die Tage als zur Wintersonnenwende. Die Wildtiere werden wieder aktiver und in den Pflanzen regen sich die Säfte. Vielleicht verspürst auch du einen wachsenden Tatendrang in dir?

Merkst du einen Unterschied in deiner Energie zwischen Winter und Sommer? Hast du das Gefühl mehr Kraft und Ausdauer zu haben, wenn die Tage länger sind? So wie die Tier- und Pflanzenwelt spüren auch wir den Einfluss der Sonnenkonstellation im Jahr.

Unter den Jahreskreisfesten gibt es Sonnenfeste und Mondfeste. Die Sonnenfeste fallen auf eine Sonnenwende (Winter, Sommer) oder Tag-und-Nach-Gleiche (Frühling, Herbst). Die Mondfeste auf einen Vollmond oder Neumond dazwischen. Lichtmess zählt zu den Mondfesten. Ursprünglich wurde Lichtmess rund um den zweiten Vollmond nach der Wintersonnenwende gefeiert.

Mit der Christianisierung wurde das Datum fixiert. Lichtmess fällt seitdem in die Nacht von 1. auf den 2. Februar.

Die Wärme der Sonne kehrt zurück und weckt schlummernde Naturkräfte. Der Frühling naht und schon bald sprießen die ersten frischen Pflänzchen. Die Tage sind nun merklich länger als zu Weihnachten. Hierzu gibt es ein altes Sprichwort:

„Zu Weihnacht um ein Muckenschritt, zu Neujahr um ein Hahnentritt, zu Dreikönig um ein Hirschensprung, zu Lichtmess um a ganze Stund“.

Volksmund

Kerzen im Schnee

Das Lichterfest an der Schwelle zum Frühling

Lichtmess (Imbolg) ist ein altes keltisches Lichterfest. Es wurde zu Ehren der Göttin Brigid gefeiert. Eine Muttergöttin, die Familien, Haus, Hof und Ernte schützte. Sie war Patronin der Heilkundigen und brachte Mensch und Natur Fruchtbarkeit. Ihre Kraft ist es, nach altem Glauben, die der starren Erde zu Lichtmess wieder Lebensfeuer einhaucht. Zu diesem Jahreskreisfest wurden alle Kerzen im Haus angezündet, Freudenfeuer entzündet und Kräuter gesegnet.

In alter bäuerlicher Tradition wechselten an diesem Tag Knechte und Mägde zu einem neuen Dienstherren. Das Bauernjahr begann von Neuem und die Arbeit draußen wurde allmählich wieder aufgenommen. Zu diesem Datum endete das Weihnachtsfest, die Weihnachtskrippe im Haus wurde abgebaut, der Baumschmuck abgenommen und der Weihnachtsbaum verbrannt.

Lichtmess ist auch ein Tag, der Aufschluss über den herannahenden Frühling geben sollte:

„Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ altes Sprichwort

In der christlichen Tradition wird zu Lichtmess eine Messe gefeiert, in der weiße Schutzkerzen und Kräuter geweiht werden.

Auf dem Foto ist ein Baum in einer Winterlandschaft zu sehen, durch den die Sonne zu sehen ist, fotografiert von Biologin Gerda Holzmann von Gruenkraft im Waldviertel.

Ritual zu Lichtmess: Bündle deine Kräfte und Gestalte

Am Übergang von Winter auf Frühling verspüre ich verstärkt das Bedürfnis, mich innerlich zu sammeln, meine Kräfte zu bündeln und meine Energie gezielt auf mein(e) Vorhaben für die nächste Zeit zu richten. Lichtmess steht für das wachsende Licht und die langsame Rückkehr der grünen Lebenskraft in der Natur. Der Jahresrhythmus haucht der Natur neues Leben ein, das langsam aufkeimt.

Ein Ritual kann beispielsweise darauf abzielen, das Licht zu feiern oder die eigene Kraft zu lenken. Oder du hast auf etwas ganz anderes Lust? Es ist alles okay! Versteife dich nicht auf Vorlagen von anderen Menschen, sondern höre auf dein Bauchgefühl. Bitte verstehe meine Rituale als Vorschläge und Anregungen.

Lichtmessritual mit Kerzen

Im Sinne des Kreislaufgendankens habe ich mir ein besonderes Ritual mit Resten von Weihnachtsbaumkerzen überlegt. Traditionell wird die Weihnachtsdekoration zu Lichtmess abgenommen und der Weihnachtsbaum abgeschmückt. Häufig bleiben Kerzenstummel übrig, die man meist zum nächsten Weihnachtsfest nicht mehr verwendet. Diese Kerzenreste kannst du für dein Lichtmess-Ritual verwenden. Sie sollten jedoch mindestens 3 cm lang sein. Mit diesen Kerzen kannst du ein Kerzenbrett herstellen. 

Kerzenbrett für dein Lichtmessritual vorbereiten

Nimm eine feuerfeste Unterlage, am besten mit Rand, damit das Wachs nicht ausfließt. Beispielsweise einen alten Teller aus Keramik oder Metall. Nimm eine Kerze, zünde sie an und tröpfle ca. 10 Tropfen flüssiges Wachs gezielt auf einen Punkt auf die Unterlage. Lass den Wachspunkt ein paar Sekunden lang abkühlen und stecke eine Weihnachtsbaumkerze senkrecht hinein. Das machst du nun mit allen Kerzen und lässt danach das Wachs noch gut aushärten (mind. 30 min. stehen lassen). Fertig! Das Kerzenbrett kannst du entweder direkt vor dem Ritual herstellen, oder ein paar Tage davor. So wie es am besten für dich passt. 

 

Dein Lichtmessritual durchführen

Such dir einen gemütlichen Platz am Boden oder an einem Tisch. Stelle dein Kerzenbrett dort auf, wo du dein Ritual durchführen möchtest. Leg dir ein Feuerzeug und etwas zum Schreiben zurecht. 

Wichtig: die Flammen der Kerzen sind heiß und können flackern. Halte daher einen Sicherheitsabstand zu leicht entzündlichen Gegenständen ein. Platziere sicherheitshalber ein Glas Wasser griffbereit in deiner Nähe. Achte während des Rituals immer auf die Kerzen und lasse sie nicht unbeaufsichtigt brennen!

Mach dich nun bereit und lasse Ruhe einkehren. Sobald du etwas entspannter bist, kannst du beginnen.

  1. Zünde nach der Reihe alle Kerzen an und beobachte ganz bewusst dabei, wie die Wärme  und das Licht wachsen.
  2. Wenn du alle Kerzen am Brett entzündet hast, beobachte einen Moment lang die Flammen. Was lösen sie in dir aus? Versuche in Worte zu fassen, was du spürst.
  3. Verspürst auch du in deinem Herzen eine Flamme, die an Kraft gewinnen möchte? Gibt es etwas Bestimmtes, das du in den nächsten Wochen wachsen lassen möchtest? Wenn du Klarheit gewonnen hast, richte deine Aufmerksamkeit wieder nach Außen. Schreib dir deine Erkentnisse gerne auf.
  4. Puste dann die Kerzen wieder aus und lass das Ritual noch ein bisschen nachwirken.

Konzentriere dich in den nächsten Wochen auf dein klares und vor allem realistisches Ziel. Überlege dir, welche Schritte du setzen kannst, damit du dieses auch erreichen kann. Die wachsende Dynamik der Natur gibt dir Rückenwind.

Diese Meditation kannst du super mit Räuchern kombinieren. Stöbere in meinem Blogartikel „Räuchern und Meditation“. In diese Zeit passen Räucherpflanzen wie das Johanniskraut, die Schafgarbe, der Beifuß oder die Engelwurz besonders gut.

Viel Freude, Kraft und Tatendrang!

Mehr Infos zum Thema findest du hier:

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