8 Gründe für mehr Brennnessel im Garten

Die Brennnessel ist ein Tausendsassa. Sie ist eine der vielseitigsten Pflanzen in unseren Breiten. Als Nahrungs-, Heil-, und Faserpflanze begleitet die Brennnessel den Menschen schon seit der Steinzeit. Ihren großen Wert beginnen wir schön langsam wieder zu entdecken, doch die Brennnessel hat angesichts ihres vielseitigen Nutzens noch viel mehr Wertschätzung verdient! Besonders ans Herz möchte ich euch Brennnesselsamen legen, die genau jetzt geerntet werden können. Sie sind ganz besondere Kraftpakete und helfen bei einem Energietief schnell wieder auf die Beine.

 

  • Die Brennnessel kräftig den gesamten Körper

Die harntreibende und entgiftende Wirkung der Brennnessel ist wohl bekannt. Kaum jemand weiß jedoch, dass Brennnesseltee (mit einem Löffelchen Honig versetzt) ein altbewehrtes Mittel bei schleimigen Husten ist. Außerdem kräftigt und reinigt Brennnesseltee Magen und Darm, die Leber und die Unterleibsorgane. Dass die Menschen früher die Brennnessel als sehr vitalisierend empfunden haben, zeigt sich darin, dass sie immer wieder als pflanzliches „Aphrodisiakum“ bezeichnet wird. 

 

  • Brennnessel macht schön

Glänzendes Haar und reine Haut? Warum es nicht einfach einmal mit der Brennnessel versuchen? Wenngleich auch zur Gesundheit von Haut, Haaren und Nägel viele weitere Faktoren wie Ernährung und Stoffwechselgesundheit wichtig sind, tragen Brennnesselanwendungen in der traditionellen Kräuterkunde in hoch gelobten Maße ihren Teil dazu bei. Bei Hautunreinheiten oder trockener Haut, wird täglich Brennnesseltee getrunken und äußerlich in Form von einer Waschung angewendet. Um die Haare zu kräftigen kann die Kopfhaut mit einer Tinktur oder einem Essigansatz der Brennnesselwurzel eingerieben werden. Für glänzendes Haar kann nach der Haarwäsche Brennesseltee mit etwas Apfelessig als Spülung verwendet werden.

 

  • Brennnessel reinigt die Gelenke

Brennnesseltee und -Bäder werden in alten Kräuterbüchern oftmals bei Gelenkserkrankungen wie Rheuma oder Gicht empfohlen. Für diejendigen, die etwas härter im Nehmen sind, sei eine Abreibung mit frischen Brennnesselpflanzen empfohlen. Hierfür pflückt man 2-3 frische Pflanzen und schlägt das betroffenen Gelenkt damit. Ein kleiner Schmerz mit großer Wirkung, denn die Durchblutung wird lokal stark gefördert, wodurch das Gelenk gereinigt wird.

 

  • Sie ist ein nahrhaftes Wildgemüse

Die Brennnessel ist eine sehr eisenreiche Pflanze. Eisen ist ein wichtiges Spurenelement für die Blutbildung, das Immunsystem und die allgemeine Vitalität. Vitamin C begünstigt die Eisenaufnahme im Körper. Wie praktisch, dass die Brennnessel ebenfalls viel davon enthält. Außerdem noch Kalium und Calcium. Der Eiweißgehalt der grünen Blätter kann sich ebenfalls sehen lassen. Dieser ist nämlich vergleichbar mit dem von Hülsenfrüchten. Zusätzlich zu den Blättern sind auch die Samen äußerst nahrhaft und kräftigend. Brennnesselsamen sind ein altes Mittel bei Schwächezuständen. Mit Honig gemischt und gelöffelt, über Salate, Aufläufe, Brei und Porridge gestreut, in Teige eingearbeitet oder einfach auf Butterbrot lassen sich die Brennnesselsamen einfach kulinarisch verwerten.

 

  • Brennnesseljauche ist eine wertvolle Kräftigung für Gemüsepflanzen

Als pflanzenstärkende und düngende Jauche ist die Brennnesseljauche sehr nützlich. Dazu stellt man ein Fass mit über zehn Litern Fassungsvermögen an einem sonnigen und warmen Ort im Garten auf, befüllt es mit zehn Litern Regenwasser und rührt ein Kilogramm frische Beinwellblätter ein. Das Fass deckt man mit einem Brett oder einem Tuch ab und lässt die Mischung drei Wochen lang stehen. Allerdings muss täglich umgerührt werden. Wenn die Jauche keinen Schaum mehr bildet, ist sie fertig. Vor dem Gießen 1:10 mit Regenwasser verdünnen.

 

  • Die Brennnessel zieht Regenwürmer an

Wird der Gartenboden mit Brennnesseln gemulcht oder mit Brennnesseljauche gedüngt, freuen sich die Regenwürmer besonders. Auch im Kompost mit eingearbeitete Brennnesseln oder Pflanzenreste der Brennnesseljauche ziehen Regenwürmer im Kompost an und erhöhen ihre Fresslust. So wird der Kompost noch schneller zu Erde umgebaut. 

 

  • Sie ist die Kinderstube für über 50 Schmetterlingsarten

Wer im Garten Schmetterlinge will, der lässt am Besten die Brennnesseln bis in den  Herbst stehen. Schmetterlinge wie der Admiral, der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge, der C-Falter und das Landkärtchen sind auf die Brennnessel zur Eiablage und als Raupenfutterpflanze angewiesen. Mehr Schmetterlingsvielfalt erreicht man dadurch, dass man Brennnesseln an unterschiedlichen Standorten im Garten stehen lässt. Manche Schmetterlinge bevorzugen schattige Plätze, andere wiederum sonnige oder schattig-feuchte Standorte.

 

  • Tiere lieben die Brennnessel

Bei der Aufzucht von Jungtieren wie Kücken, Welpen, Kälber oder Zicklein kann die Brennnessel besondere Dienste leisten. Entweder fein geschnittene Brennnesselblätter  oder Brennnesselsamen unter das Futter mischen. Die Brennnessel liefert hochwertige Energie für die schnellwüchsigen Jungtiere.


Auf den Geschmack gekommen? Verwendungsmöglichkeiten, Rezepte und weitere spannende Informationen über die Brennnessel sind im Buch „Gesunde Wildkräuter aus meinem Garten“ nachzuschlagen. Erhältlich im Buchhandel und direkt bei mir.

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