BEINWELL SALBE selber machen

Die Beinwellsalbe, die perfekte Begleiterin für Tollpatsche. Jedes Jahr bereite ich mir aus der Wurzel des Beinwells eine Salbe zu. Im Herbst, so lange der Boden noch frostfrei ist, sind die Wurzeln besonsers kraftvoll.

Ich kann manchmal ein etwas unachtsamer Mensch sein. Die eine oder andere Verletzung in Form einer Verstauchung, Zerrung, Prellung, Quetschung oder auch Überanstrengung im Bewegungsapparat hat mich im laufe meines Lebens schon des öfteren ereilt. Eine Beinwellsalbe wirkt außerdem wunderbar gegen blaue Flecken, besonders wenn man sie unmittelbar nach dem Missgeschick aufträgt. Ich habe auch schon gute Erfahrungen mit dem Vorbeugen von Muskelkater gemacht. Hierzu massierst du die Salbe einfach nach dem Sport gut ein.

Der Beinwell (Symphytum officinale) wird auch "Beinwurz", "Wallwurz" oder "Schwarzwurz" genannt. "Wellen" oder "wallen" sind beides alte Ausrücke für "zusammenwachsen" oder "zuheilen". Früher war der Beinwell auch sehr beliebt bei Knochenbrüchen. Dazu trug man die frisch geriebene Wurzel mehrmals täglich als Brei auf.

Doch Vorsicht bei der Dosierung. Eine Beinwellsalbe ist nicht zur regelmäßigen Körperflege geeignet. Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide, ein natürlicher pflanzeneigener Stoff, den die Pflanze als Fraßschutz bildet. Zu hoch dosiert und zu lange angewendet, können diese die Leber belasten. Beiwell ist ein Fall für Verletzungen - welche im Normalfall ja nicht täglich passieren. Generell wird empfohlen, Beinwellpräparate nicht länger als insgesamt vier bis sechs Wochen pro Jahr zu verwenden.

 


Video Beinwellsalbe selber machen


Du brauchst:

  • 1 Topf
  • 2 hitzebeständige Gläser (Einkochglas und ein Messbecher aus Glas)
  • Salbengläser
  • Sieb
  • Küchenmesser
  • Küchenfeinwaage
  • Löffel zum Umrühren
  • Olivenöl
  • Bienenwachs
  • frisch gegrabene Beinwellwurzel

Beinwellsalbe selber machen - Schritt für Schritt

1. Beinwellwurzel graben

2. Wurzeln gut mit einer Bürste abwaschen

3. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen

4. Wurzeln klein schneiden (max. 0,5cm dick)

5. 1 Glas zu zwei Drittel mit den Wurzelstücken befüllen und mit Olivenöl vollständig auffüllen

6. Das Glas ins Wasserbad stellen und mindestens 30 Minuten (je länger umso besser) köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren.

7. Das Glas aus dem Wasserbad nehmen und das Öl durch ein Sieb in den Messbecher füllen. Die Wurzelstücke gut ausdrücken.

8. Die Menge des Ölauszugs am Messbecher ablesen und im entsprechenden Verhältnis Bienenwachs auswiegen (10g Bienenwachs pro 100ml Öl) und in den Ölauszug geben.

9. Den Ölauszug wieder ins heiße Wasserbad geben und so lange umrühren, bis das gesamte Bienenwachs geschmolzen ist. Tipp: Um die Festigkeit der Salbe zu prüfen, kannst du ein paar Tropfen auf einen Löffel geben und diese vollständig auskühlen lassen. Diese Konsistenz hat die Salbe dann wenn sie ausgekühlt ist. Möchtest du sie cremiger, gibst du etwas Olivenöl hinzu, möchtest du sie fester, gibt ein paar Brösel Bienenwachs hinzu.

10. In Salbengläser abfüllen, abkühlen lassen und beschriften.

Die Salbe ist bei Zimmertemperatur problemlos über ein Jahr haltbar. Tipps: füge deiner Beinwellsalbe Beifuß hinzu, er unterstützt die Wirkung. Es gibt auch Salben Rezepte, die mittels Kaltauszug hergestellt werden. Diese Methode eignet sich für die Beinwellsalbe weniger. Beinwell hat einen hohen Anteil an Schleimstoffen, werden die Wurzelstücke in das kalte Öl mehrere Wochen eingelegt, ist das Risiko von Schimmelbildung sehr hoch.


 

Der Beinwell ist eine robuste Pflanze mit großem Wurzelstock. Über die Wurzeln ist er auch sehr einfach zu vermehren. Die Chancen sind groß, dass im nächsten Jahr auch ein neues Pflänzchen sprießt. Solange die Erde frostfrei ist, können Beinwellwurzeln gepflanzt werden.


Dieser Tipp stammt aus meinem Buch "Gesunde Wildkräuter aus meinem Garten"

 

 

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