ENTSCHLACKEN MIT WILDKRÄUTERN

Der Frühling naht, die Säfte beginnen wieder zu fließen und die Natur erwacht.

Die beste Zeit für eine Frühlingskur! Doch wie geht's? Und macht das überhaupt Sinn?

was bedeutet entschlacken?

Als „Schlacke“ bezeichnet man eigentlich Verbrennungsrückstände in der Metallindustrie. Die Entschlackung bezieht sich demnach auf die Entfernung dieser Schlacke aus Hochöfen. Der Arzt und „Fastenpromi“ Otto Buchinger verwendete den Begriff „Entschlacken“ erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einer Ausleitung von Giftstoffen aus dem Körper.

 

Hinter dem Entschlacken steckt die Theorie, dass sich durch Ernährung, Bewegungsmangel, Medikamente, Umweltgifte und Stoffwechselnebenprodukte anlagern und unseren Körper belasten. Einen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt es jedoch nicht.

 

Teekuren, Fastenkuren, Schröpfen, Schwitzen, Einläufe und so weiter gelten in unserer Gesellschaft als entgiftend. Während einer Fastenkur kann die Schadstoffbelastung des Blutes ansteigen. Die moderne Wissenschaft hält deshalb nicht viel von den gängigen Detoxkuren oder Entschlackungsmitteln und deren angepriesener Wirksamkeit. Der Grund für die subjektive Wahrnehmung einer Besserung wird im einem Placebo-Effekt oder auch einem Endorphinausstoß durch Nahrungsentzug erklärt.

die tradition des fastens

Nichts desto trotz, die Tradition des Fastens geht lange zurück.

 

Im Ayurveda ist die Entschlackung unter dem Begriff „Panchakarma“  (Fünffachhandlung) bekannt. Die Ausleitung findet in dieser Kultur über Kräuterabkochungen,  Einläufe, Erbrechen, Wärmebehandlungen und Massagen statt.

 

In unserer Kultur war die bekannteste Vertreterin des Fastens  Mittelalter Hildegard von Bingen. Das Fasten ist eng mit unserem christlichen Brauch verknüpft, doch seine Wurzeln gehen noch weiter.

fasten bei den Germanen

Eine Fastenkur nach unserem Verständnis gab es bei unseren heidnischen Vorfahren nicht. Die Fastenzeit wurde durch das Christentum eingeführt. Jedoch hatten die Germanen einen Brauch, der sich bis heute in unserem Gründonnerstags-Spinat erhalten hat, die Neun-Kräuter-Suppe.

 

Die Neun-Kräuter-Suppe war eine Speise, die aus neunerlei frischen Wildkräutern im Frühjahr zubereitet wurde. Vor allem in der Zeit um die Frühjahrstag- und Nachtgleiche feierten die Germanen mit einem Frühlingsfeuer, Tänzen und der Neun-Kräuter-Suppe das Wiedererwachen der Natur. Häuser wurden ausgeräuchert und mit Birkenbesen ausgefegt. Dieses Ritual war dazu da, die Kälte und üblen Energien des Winters zu verbannen. Durch das junge Grün verband man sich mit den wachsenden Kräften der Natur um den kommenden Aufgaben gestärkt entgegen treten zu können.

frisch in den Frühling

Laut Kräuterpfarrer Weidinger wird die Frühjahrsmüdigkeit durch körperliche und seelische Faktoren hervorgerufen. Eher die „Stubenhocker“ sind davon betroffen. Durch die Vitamin-C-arme Nahrung im Winter sammeln sich Gifte im Körper, die in erster Linie das Blut und die Nerven belasten.

 

Das Erfolgsrezept gegen Frühjahrsmüdigkeit vom Kräuterpfarrer liegt in der „Blutreinigung“. Alle frischen (essbaren) Wildkräuter, die zum Frühlingsbeginn wachsen, eignen sich gut dafür. Kräuter mit besonders starker blutreinigender Wirkung:

 

Acker-Stiefmütterchen, Birkenblätter, frische Brennnesseltriebe, Brunnenkresse, Gänseblümchen, blühendes Gundelrebenkraut, Löwenzahnblätter, Schafgarbenkraut, blühendes Tausendgüldenkraut, Veilchenblätter, Wacholderbeeren, Walnussblätter, Weiße Taubnessel, Wermutkraut, Zinnkraut, Sellerie und Zwiebel. Knoblauch ist ebenfalls ein guter Durchputzer für Blutgefäße und den Darm.

 

Die Wildkräuter soll man sauber sammeln, als Tee aufgießen, in Suppen oder Salate einstreuen oder in Aufstrichen verarbeiten. Smoothies sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, Wildkräuter bequem zu verspeisen. Auf jeden Fall besser frisch als getrocknet. Außerdem helfen Sonnenlicht und Sauerstoff bei der Frühjahrsreinigung. Bewegung an der frischen Luft ist angesagt. Kurzes Kneippen im Bach oder Tautreten (45sec.) erfrischt und erhellt das Gemüt.


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